GESCHICHTE(N) ZUR SCHWABENBOHNE
In der Region Schwaben gehören die Schwabenbohnen zu den Kindheitserinnerungen vieler Menschen. Die heimischen, vitalen und wuchsfreudigen Feuerbohnen standen an Stangen und Spalieren in den Gärten und bei vielen Familien auf dem Speiseplan als protein- und nährstoffreiche, sättigende Mahlzeit: ob grüner Bohnensalat aus jungen Hülsen, Schnippelbohnen-Gemüse, Salat aus milchreifen Kernen mit gelben Rüben oder Eintopf aus Trockenbohnen.
Die trockenen Hülsen werden nach der Ernte ausgelegt, um ganz zu trocknen. Dann werden die Kerne gepult und als Schutz vor dem Bohnenkäfer eine Zeitlang eingefroren oder in Gläsern aufbewahrt. Aus den trockenen Schwabenbohnen wurde früher im Winter häufig das traditionelle schwäbische Gericht „Saure Bohnen mit Spätzle“ zubereitet.
Das Genbänkle und der Schwabenbohnen e.V. konnten – Stand Ende 2024 – an 17 Orten in der Region Schwaben alte, heimische Feuerbohnen finden. Saatgut wurde gesichert und in Interviews mit Erhalterinnen und Erhaltern Erinnerungen an die Familiensorten festgehalten.* Überlebt haben diese Schwabenbohnen in Hausgärten: die ältesten bislang gefundenen vermutlich mindestens seit 1850 (Bingen) und 1872 (Untereggatsweiler), viele seit über 100, also den 1920er Jahren.
Die Schwabenbohne wurde über Generationen zu einem regional angepassten Sortengemisch innerhalb der Art Feuerbohne (Phaseolus coccineus) selektiert.
Etwa zwei Drittel der Interviewpartnerinnen und -partner nennen ihre Feuerbohne Schwabenbohne, darüber hinaus gibt es regionale Bezeichnungen wie „Kapuziner“ oder „Bobbeles-Bohne“. Die meisten Herkünfte stammen bisher aus der Region Oberschwaben und Donau-Iller, weitere aus der Gegend um Bad Saulgau, Bad Buchau, Illertissen, der Region Neckar-Alb und Stuttgart.
* Die Landschaftsplanerin Jenny Hammer hat in ihrer Bachelorarbeit Grundlagen zur Schwabenbohne früher, heute und ihrem Potential für die Zukunft erforscht. Die Bachelorarbeit entstand in Kooperation mit dem Genbänkle.Hammer,J. (2024): Die Schwabenbohne: Wiederentdeckung einer alten Kulturpflanze und ihre Rolle für die Biodiversität.
Nachfrage
Noch ist der Anbau der Schwabenbohne im nicht kommerziellen Bereich. Aber es gibt durchaus erste Produzenten und Nachfragen, auch aus der Gastronomie. Der Schwabenbohnen e.V. ist hier gerne vermittelnd tätig. Anfragen sowohl zur Mit-Produktion wie auch zum Erwerb des Produkts gerne an info@schwabenbohne.de







